Mannheimer Sommerakademie 2018 // Menschenkunde

Vertiefungskurs zur Allgemeinen Menschenkunde

Die Mannheimer Sommerakademie ist eine Fortbildung für Lehrer*innen an Waldorfschulen. Sie untergliedert sich in die Klassenlehrerfortbildung und die Intensivkurse. Die Teilnehmer können entweder eine Klassenstufe oder einen Intensivkurs wählen.
Die Klassenlehrerfortbildung dient zur Vorbereitung auf das kommende Schuljahr für alle acht Klassenstufen. Sie ist sehr intensiv und bietet ausschließlich altersspezifische Themen und Inhalte, zugeschnitten auf die jeweils bevorstehende Klasse der Klassenlehrer*innen. Epocheninhalte und praktische Anregungen z.B. im Singen, Rezitieren, Malen sowie in der Eurythmie spielen dabei eine ebenso große Rolle wie die menschenkundliche Situation der Kinder und die Besonderheiten der jeweiligen Altersstufe.
Die Intensivkurse richten sich sowohl an erfahrene Klassen- als auch an Oberstufenlehrer*innen oder andere Interessierte. Sie widmen sich aktuellen Themen der Pädagogik und der gesellschaftlichen Entwicklung. In den beiden Kursen zur Allgemeinen Menschenkunde (mit Michaela Glöckler und Valentin Wember) und zu Schauspiel und Sprache (mit Kristin Lumme und Eva Sagemüller) werden die Inhalte theoretisch erarbeitet, besprochen und durch künstlerisches Üben begleitet.

Themen

Studien und Übungen zu den Vorträgen 12 bis 14 der „Allgemeinen Menschenkunde“.

„Der Erzieher muss (...) in jedem Augenblicke seines Wirkens aus
lebendiger Erkenntnis des werdenden Menschen heraus neu geboren sein.“
(Steiner, Rudolf, GA 24, S.86).

Auf der Grundlage einer Textarbeit zu den Vorträgen der Allgemeinen Menschenkunde von Rudolf Steiner konzentriert sich der Kurs auf zwei Schwerpunkte:

1. Das Kind sehen und verstehen lernen

In diesem Teil des Kurses wollen wir das Kind zwischen dem 7. und 14. Jahr in seiner Entwicklungssituation sehen,  verstehen und pädagogisch-therapeutisch handhaben lernen. Wir werden Erkenntnishilfen für die Konstitution und Individualität des Kindes erarbeiten. Dabei werden wir auch darauf eingehen, welche Rolle der verstehen-wollende Lehrer selbst spielt und welche therapeutischen Werkzeuge ihm die Waldorfpädagogik zur Intervention an die Hand gibt.

2. Wisse die Wirkung deines Tuns

Übungswege zu einem Bewusstsein für die Wirkung der verschiedenen Lernmethoden auf das Kind.
Im 12. Vortrag der Allgemeinen Menschenkunde über das Verhältnis des Menschen zur Tierwelt. An anderer Stelle (GA 302) sagt er: In der Tierwelt manifestieren sich die gleichen physischen Kräfte, die im Menschen als Gedanken in Erscheinung treten.
Geht man dem detaillierter nach – und das werden wir durch Tierbetrachtungen und den Blick auf die Kategorienlehre des Aristoteles tun – , so gelangt man zu einem ganz neuen Erfassen der gedanklichen Qualitäten.
Gerade dadurch aber kann man wach werden, für das, was mit den Kindern passiert, wenn wir sie in den verschiedenen Formen denken lassen.  Es ist zum Beispiel ein erheblicher Unterschied, ob ich die Kinder rechnen lasse oder ob wir vergleichend urteilen oder ob wir langsam einen Begriff bilden. Die jeweilige Wirkung deutlich vor sich zu sehen, ist ein hilfreiches Werkzeug für einen Unterricht, der der Devise folgt: „Verstehe die Wirkung“. Denn alles, was wir mit den Kindern tun- und nicht tun -  beeinflusst in der Wachstums- und Entwicklungszeit die Qualität neurosensorischer Funktionalität. Diese aber ist dann das organische Fundament für das spätere Denk- und Empathievermögen oder Unvermögen.

Übungen aus der Eurythmie und Sprachgestaltung werden zur Vertiefung beitragen.

Die Dozenten

  • Michaela Glöckler
  • Angelika Fried (Eurythmie)
  • Valentin Wember
  • Fabienne Zoth (Eurythmie)

Die Vorträge

Waldorfpädagogik im Digitalen Zeitalter

Vortrag I: Freitag, 16:30 - 18:00 Uhr
Michaela Glöckler

In den 50iger Jahren erlebte die erste Bildschirmgeneration den Anfang der Bilderflut. Heute wächst bereits die dritte Bildschirmgeneration heran und kann sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Alle drei Seelenkräfte sind davon betroffen. Selber Denken fällt schwer oder ist nicht mehr möglich, das Gefühlsleben verarmt, der Wille in Form von Aufmerksamkeit und Konzentration erlahmt oft schon nach kurzer Zeit. Wie können wir die kostbaren bildschirmfreien Unterrichtsstunden nutzen, um hier wirksam gegenzusteuern und mit pädagogischen Mitteln eine gesunde seelische Reifung zu unterstützen?

Gesetzmäßigkeiten der Gefühlsentwicklung in den drei Jahrsiebten

Vortrag II: Samstag, 19:00 - 20:30 Uhr
Michaela Glöckler

Sozialkompetenz, Kommunikationstalent, Spontanietät und schöpferisches « dran sein » an den Aufgaben und Tätigkeiten in der Schule sind hochgradig gefühlsabhängig. Auch die Bereitschaft Drogen zu nehmen und abhängig zu werden gehört in diesen Kontext. Rudolf Steiner bezeichnet daher die Gefühlsentwicklung als eine besonders wichtige  erzieherische Aufgabe : von der Willensgebundenheit hin zur Fähigkeit, « sich mit dem denkenden Erkennen zu verbinden » (7. Vortrag Allgemeine Menschenkunde)

 

Download Folder

Jetzt anmelden
Jetzt anmelden
Kurs: SA18B
27.07.2018 - 31.07.2018

Zeitangaben

Freitag 16:30 – 20:30 Uhr
Samstag – Montag 8:00 – 20:30 Uhr
Dienstag 8:00 – 13:00 Uhr

Kursgebühren

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 295 € (inkl. 70 € Verpflegungspauschale).

Zielgruppe

Waldorflehrer, die im Schuljahr 2017/2018 eine Klasse (1. - 8.) übernehmen und sich darauf vorbereiten möchten.

Veranstalter

Fördergesellschaft Zielstr. 28

Akademie für Waldorfpädagogik
Aus- und Weiterbildung Mannheim

Zielstraße 28
D-68169 Mannheim

Valerie Zoth
+49 (0) 621 309 48-15
veranstaltung@akademie-waldorf.de

Die Akademie für Waldorfpädagogik ist eine zertifizierte Ausbildungsstätte und darf Weiterbildungsmaßnahmen für Klassenlehrer, Oberstufenlehrer, Fachlehrer für Handarbeit, Musik und Werken im Rahmen der AZAV durchführen.